Vom Iran in unser Klassenzimmer – Eine Zeitzeugenbefragung

Seit Beginn des Schuljahres setzen wir uns im Deutsch- und Ethikunterricht mit dem Thema Flucht auseinander. Wir haben das Hörspiel “Das Schiff Esperanza” gelesen, das Theater Strahl besucht und uns “Krieg – stell dir vor er wäre hier” angeguckt. Im Gespräch über die Inhalte stellte sich raus, dass die Schülerinnen und Schüler, aber auch ihre Eltern, ebenfalls Erfahrungen mit Flucht gesammelt haben. Andere hingegen können sich schwer vorstellen, was es bedeutet fliehen zu müssen. Im Geschichtsunterricht setzen wir uns konsequent mit Multiperspektivität und der Frage, wo wir Antworten auf unsere Fragen finden können auseinander. Der Wunsch einen Zeitzeugen – so verfälscht seine Sichtweise auch sein mag – zu befragen, wird oft geäußert. Ehsan, vor zwei Jahren aus dem Iran geflohen, stellte sich im Rahmen unseres Projektfreitags den Fragen der 9-2. Im Vorfeld befürchteten die Schülerinnen und Schüler, dass manche Fragen zu intim sein könnten und formulierten ein paar Fragen, die sie Ehsan zusandten, damit er nicht überrumpelt wurde. Die Antworten auf ihre Fragen bewegten nicht nur die Klasse, sondern auch mich und auch Ehsan. Die freundliche, respektvolle Atmosphäre führte im Endeffekt sogar dazu, dass Ehsan die Klasse in einen Dialog über Identität und Herkunft führte. Wir bedanken uns herzlich bei Ehsan, dass er uns an seiner Reise hat teilhaben lassen. Viele seiner Worte werden wir noch eine Weile mit uns tragen.

Quelle: Frau Schade